ERFOLGREICH UNTERNEHMER WERDEN – DANN DENKE OUT-OF-THE-BOX

ERFOLGREICH UNTERNEHMER WERDEN – DANN DENKE OUT-OF-THE-BOX

In der Schweiz wagen jedes Jahr tausende von Menschen den Schritt in die Selbständigkeit oder werden Unternehmer und Zehntausende haben den Wunsch es den anderen gleich zu tun. Was treibt all die Menschen an? Was lässt sie förmlich über sich hinauswachsen?

Doch warum scheitern am Ende so viele, und an die Stelle der anfänglichen Motivation treten Enttäuschung und Frustration?

Was wäre, wenn …

… es eine Möglichkeit gäbe diesen Menschen mit grossartigen Plänen, mit bahnbrechenden Erfindungen und teilweise auch etwas verrückten Ideen ihre Chancen auf Erfolg zu erhöhen?  

Wenn Du lieber Leser auch den Wunsch verspürst Unternehmer zu werden oder es schon bist, dann möchte ich Dir gratulieren: Du hast Dir den schönsten Beruf der Welt ausgesucht. Das will aber nicht heissen, dass es leicht wird. Als Unternehmer bist Du der Kapitän auf Deinem Schiff. Am Morgen stehst Du als erster auf der Brücke und am Abend machst Du die Schotten dicht. Du bist der, der bei Fehlern den Kopf hinhalten muss und Du bist der, der seine Crew – die «extended family» – sicher durch Stürme führen muss. Alle Verantwortung lastet auf Deinen Schultern. Trotzdem, oder gerade deswegen, ist Unternehmer-sein ein erstrebenswertes Ziel.

DAS RICHTIGE MOTIV IST DAS A und O

Es mag viele Gründe geben, warum jemand in die Selbständigkeit wechselt oder Unternehmer wird. Doch am Ende lassen sie sich auf drei simple, aber starke Motive reduzieren: Erfüllung, Freiheit und Wohlstand. – Ist es nicht erstaunlich, dass gerade die Generation, die eigentlich im Überfluss versinkt und so frei ist, wie noch keine vor uns, diese Sehnsüchte verspürt? Damit meine ich nicht nur die Jüngeren unter uns, sondern alle Menschen ungeachtet ihres Alters. Das Bedürfnis nach Selbstverwirklichung, nach Sinnhaftigkeit und der Wunsch etwas Bedeutendes zu schaffen, steckt wahrscheinlich in uns allen. Freiheit im Denken und Handeln – und nicht nur in der Freizeit – ist für viele ein Schlüsselelement für ein glückliches Dasein. Und ein Leben in Wohlstand macht schliesslich vieles leichter. Natürlich können diese Dinge theoretisch auch als Angestellter erreicht werden. Aber eben nur theoretisch. Eine mir kürzlich vorgelegte Statistik hat gezeigt, dass rund 85% der Arbeitnehmer ihren Job nicht mögen, und wenn wir ehrlich sind, richtig reich werden kann man als Angestellter auch nicht. Dass da das Freiheitsgefühl abhandenkommt, ist irgendwie nachvollziehbar.

Sich aber Selbständig machen oder Unternehmer werden wollen, mit dem Zweck dem Hamsterrad zu entfliehen oder gar aus Frustration heraus, ist eine ganz schlechte Entscheidung. Wenn dann noch der Faktor Geld der Haupttreiber für diesen grossen Schritt ist, dann ist das Schicksal des Unterfangens schon besiegelt. Einer der Hauptgründe warum Unternehmer scheitern – und es gibt sicherlich viele davon – ist, die fehlende Vision, oder wie es in Neu-Deutsch heisst; «overarching purpose». 

Unternehmer sowie Unternehmen ohne glasklares WARUM werden es nicht schaffen. Es gibt viele Hürden im Leben eines Patrons und wenn das kräftige WARUM fehlt, wenn man nicht weiss, wofür man kämpft, dann übersteht man nicht sehr viele Stürme. Die Emotionen gehen hoch, Ängste machen sich breit und Selbstzweifel nagen an einem. Eine Vision ist nicht einfach etwas, das man auf Papier schreibt, wie ein Leitbild oder eine Strategie. Es ist der eigentliche Grund warum das Unternehmen überhaupt existiert – seine Daseinsberechtigung. Kunden und Mitarbeiter interessieren sich nicht so sehr dafür WAS oder WIE man verkauft, sondern WARUM. Das ist auch das Geheimnis einer jeden starken Marke. Daher tut jeder Unternehmer gut daran sich schon ganz am Anfang mit der Frage seines WARUM’s (Vision) auseinanderzusetzen.

WARUM UNTERNEHMER SCHEITERN

Die meisten Menschen, die dann loslegen wollen, werden Selbständig oder gründen ein Unternehmen. Sie sind voller Enthusiasmus und Tatendrang. Viele blicken dabei leider durch eine rosarote Brille, so ähnlich wie frisch Verliebte. Beim Entscheid sich in die Selbständigkeit zu stürzen oder ein Unternehmen zu gründen, werden die Risiken vielfach ausgeblendet. Es wird nicht fertig gedacht. Die harte Realität zeigt, dass weit über die Hälfte aller Unternehmer, je nach Branche sogar bis zu 90%, innerhalb von fünf Jahren scheitern werden. Was ausserdem niemand laut ausspricht, ist, dass ein Grossteil derjenigen, die das Geschäft über Wasser halten können, mehr schlecht als recht zurechtkommen. Es gibt tausende von Gründen für ein Scheitern. Die Idee ist vielleicht nicht ausgereift, man findet kein Kapital, bringt die richtigen Leute nicht an Bord, die Konkurrenz macht einem das Leben schwer, die Wirtschaftslage ist ungünstig, neue Gesetze stellen das junge Unternehmen vor Probleme, Meinungsverschiedenheiten unter den Eigentümern usw.

Natürlich, aus Fehlern wird man klug und das nächste Mal kann man es besser machen. Aber das Lehrgeld, das man bezahlt, kann sehr teuer sein. Für Viele gibt es ausserdem kein «nächstes Mal».

ABER MUSS ES DENN WIRKLICH SO SCHWIERIG SEIN ERFOLGREICH UNTERNEHMER ZU WERDEN?

Die Antwort ist ein klares NEIN.

Meine Erfahrung zeigt, dass Menschen, die von einem eigenen Unternehmen träumen, sechs Bedürfnisse haben. Sie lassen sich unter dem Begriff RUFLES zusammenfassen:

Sind alle sechs Bedürfnisse erfüllt, dann stehen die Zeichen auf grün. Auf den ersten Blick scheinen einige nicht vereinbar, wie zum Beispiel Freiheit und Sicherheit oder Reichtum und Lebenszeit. Doch bei genauerer Betrachtung erkennt man, dass es tatsächlich eine Möglichkeit gibt alle Bedürfnisse zu erfüllen. Die Lösung ist so einfach wie auch genial: Kaufen statt gründen.

Reichtum lässt sich ganz bestimmt realisieren. Ein Kauf eines Unternehmens muss immer unter dem Gesichtspunkt einer Investition getätigt werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Käufer selber die Geschäftsführerfunktion übernimmt oder ein Dritter. Man kauft nur ein Unternehmen, das eine «anständige Rendite» verspricht. Wer anderer Meinung ist, kauft kein Unternehmen, sondern einen Job. Bei einem neuen Unternehmen steht es in den Sternen, ob und wann der Payback kommt. In vielen Fällen werden die Bemühungen leider nicht belohnt.

Im Gegensatz zu einem Gründer ist ein Käufer in den meisten Fällen unabhängig(-er). Ein Kauf lässt sich mit Kreditgebern realisieren, während sich Gründer mit dem Gedanken abfinden müssen, dass sie einen grossen Teil ihres Unternehmens über die Zeit an Investoren abgeben werden. Von Unabhängigkeit bleibt dann nicht mehr viel übrig.

Ob als Käufer eines Unternehmens oder auch als Gründer, es gibt niemand, der einem sagt, was man zu tun und zu lassen hat. Man hat die volle Handlungsfreiheit, was ein selbstbestimmtes Leben ermöglicht.

Zeit! Wer hat schon genug davon? Immer wieder höre ich von Menschen, die davon träumen ein Unternehmen zu gründen oder sich selbständig zu machen, dass Zeit auch eines der Motive ist. Sie wünschen sich mehr Lebensqualität und hoffen weniger arbeiten zu müssen. Das wird definitiv nicht klappen. Als Gründer gibt es tausend Dinge, um die man sich kümmern muss, und alles ist immer dringend. Ein Team kann man sich nicht leisten. Und wenn doch, dann hinkt die Organisation der Entwicklung des Unternehmens hinterher. – Der Käufer eines Unternehmens darf selbstverständlich auch nicht erwarten, dass ihm der Spatz in den Mund fliegt. Aber mit dem Kauf eines Unternehmens hat er sich meistens auch ein Team «gekauft». Es gibt ausserdem eingespielte Prozesse und eine Organisation. Der Unternehmer muss nicht alles selber machen und darf sich auch Zeit für sich und seine Familie nehmen.

Erfüllung können sowohl Gründer als auch Käufer erfahren. Wichtig ist, wie eingangs erwähnt, dass man immer seine grosse Vision vor Augen hat.

Der wohl grösste Hemmschuh, warum Menschen zögern sich selbständig zu machen oder Unternehmer zu werden, ist die Angst. Die Angst zu versagen und dabei die eigene Existenz und die der Familie und eventuell der Freunde aufs Spiel zu setzen. Ein Gründer hat diese Ängste berechtigterweise. Es kann unter Umständen lange dauern, bis er sich einen Lohn ausbezahlen kann und meistens steht dieser in keinem Verhältnis zum Aufwand. Ein Totalverlust der Investition ist auch nicht selten.

Der Käufer eines Unternehmens findet sich in einer ganz anderen Situation wieder. Vom ersten Tag an, kann er sich ein regelmässiges «marktübliches» Einkommen als Geschäftsführer ausbezahlen und sichert damit die Existenz seiner Familie.

UND TROTZDEM! ES GIBT VIEL MEHR GRÜNDER ALS KÄUFER. WARUM IST DAS SO?

«Ich will mein eigenes Ding – Niemand soll mir dreinreden – Ich will es selber schaffen – Was ich will gibt es so nicht zu kaufen – Der Kauf ist viel zu teuer und ich habe gar kein Kapital – Ich wäre überfordert». Das sind nur einige Argumente, die ich öfters höre. In den meisten Fällen spricht hier aber nicht der Verstand, sondern – und man möge mir bitte diese Bemerkung verzeihen – das eigene Ego.

Wieso soll es weniger bewundernswert sein, wenn jemand ein Unternehmen kauft und seine grossartige Idee damit umsetzt als ein Gründer es tut? Zählt am Ende nicht das Ergebnis, ja die Vision? – Oder wieso soll jemand dreinreden, wenn man ein Unternehmen kauft? Ich denke bei vielen Startups reden Investoren und Business Angels gehörig drein.

Was ist aber mit dem Argument, dass ein Kauf zu teuer sei? Dazu möchte ich zwei Dinge sagen; erstens man bezahlt nicht einfach den Preis auf dem Preisschild und zweitens wird mittelfristig der Kauf eines Unternehmens in den allermeisten Fällen günstiger kommen als ein Startup zu finanzieren.

Zum Argument der Überforderung nur so viel. Niemand ist als Unternehmer geboren. Alle müssen in die Rolle hineinwachsen. Ich rate in jedem Fall dazu, nicht zu stolz zu sein, und sich einen Coach und Mentor an die Seite zu nehmen, und das nicht nur in der Startphase.

Das stärkste Argument ist aber, dass man seine eigene Idee verwirklichen möchte und dazu ein neues Unternehmen gründen muss. Zugegeben, es mag Situationen geben, wo eine so bahnbrechende Idee ansteht, dass kein existierendes Unternehmen dafür gefunden werden kann. Dann kann die Gründung möglicherweise die richtige Entscheidung sein. Wenn man nicht gerade vor hat, die ganze Branche auf den Kopf zu stellen, dann kann man sein Ziel jedoch sehr gut mit einem Unternehmenskauf realisieren. Es braucht etwas Kreativität, eine gute Planung und dann wird das Unternehmen Schritt für Schritt transformiert.


Beispiel: Ein Bäcker träumt davon in der Schweiz eine grosse Bäckerei-Kette zu betreiben, die für das grösste Sortiment an glutenfreien Backwaren bekannt ist.

Die Wahrscheinlichkeit ist tatsächlich nicht sehr hoch, dass eine solche Unternehmung zum Verkauf steht. Vermutlich gibt es überhaupt keine Bäckerei, die dieses Sortiment führt.

Der Bäcker kauft stattdessen einfach eine gutgehende Bäckerei, die eine Kundschaft bedient, die gesundheitsbewusst ist. Das könnte eine Bäckerei sein, die sehr viel Vollkornprodukte verkauft.

Dann kann der Bäcker das erste glutenfreie Produkt ins Sortiment aufnehmen. Die Kundenreaktion testen und Verbesserungen vornehmen. Wenn das Produkt Anklang findet, kommt das zweite und dritte glutenfreie Produkt auf den Markt. Der Bäcker geht bei der Produkteeinführung ein sehr geringes bis fast kein Risiko ein. Sein bestehender Umsatz wird davon nicht beeinträchtig.  

Wenn der Bäcker beim Kauf des Unternehmens ein gutes Auge auf die übernommene Kundschaft gelegt hat, kann er sie vermutlich einfach von seinen neuen Produkten überzeugen. Wenn er clever ist, eröffnet er schliesslich Filialen oder macht ein Franchising.


 

Selbstverständlich muss man das geeignete Unternehmen auch finden. Wenn man aber weiss, wie man sein Traumunternehmen richtig sucht und man den Akquisitionsprozess selber im Griff hat, was man alles lernen kann, dann findet man auch das gewünschte Unternehmen, vermeidet Anfängerfehler und spart sehr viel Geld.

Was ausserdem ganz klar für eine Unternehmensübernahme spricht, ist die grosse Auswahl an Finanzierungsmöglichkeiten. Während bei einer Gründung in der Regel nur Investoren an Bord geholt werden können und man dafür bekanntlich einen Teil seines Unternehmens abgibt, bieten sich beim Kauf viel mehr Möglichkeiten. Der Kauf kann bis zu 80% durch Kredite finanziert werden. Es gibt weiter die Möglichkeit einen Teil der Zahlung des Kaufpreises in die Zukunft zu verlegen, so dass man mit dem Gewinn, welcher das Unternehmen erwirtschaftet, einen Teil des Kaufpreises bezahlt. Nicht selten ist der Verkäufer auch bereit den Verkauf mitzufinanzieren und gewährt seinerseits ein sogenanntes Verkäuferdarlehen. Oft werden auch gar nicht alle Quellen ausgeschöpft. Neben Banken existieren noch andere Geldgeber, wie beispielsweise Crowdlending Plattformen, die nicht nur bestehenden Unternehmen Darlehen gewährt, sondern auch Unternehmensübernahmen ermöglicht. Was ebenfalls selten berücksichtigt wird, ist die Möglichkeit, dass Geschäftspartner des zu kaufenden Unternehmens, zum Beispiel Lieferanten oder Schlüsselmitarbeiter bereit sind, sich am Kauf zu beteiligen. Diese Optionen werden gesucht, wenn die Eigenmittel etwas knapp sind. Es gibt noch verschiedene weitere Finanzierungsformen und -quellen. Wichtig ist an dieser Stelle zu verstehen, wenn es sich um ein gutes Unternehmen handelt und der Käufer seine Vision Kreditgebern oder Investoren verständlich und packend näherbringen kann, dann findet sich immer eine Lösung.

Abschliessend möchte ich nochmals auf die Wichtigkeit der Vision hinweisen; und das ist unabhängig davon, ob man ein Unternehmen gründet, kauft oder sich selbständig machen will. Es ist essenziell für die Erfüllung, die Freiheit und den angestrebten Wohlstand, dass der Unternehmer wirklich ein starkes WARUM hat. 

Ein Tipp an dieser Stelle, je grösser das WARUM und damit die Vision, desto einfacher ist es Kunden, Mitarbeiter und Geldgeber zu finden. Weshalb? Wer kauft schon gerne ohne Emotionen, oder wer will bei einem Arbeitgeber arbeiten, wo tagein und tagaus der gleiche Trott herrscht, und wer gibt schon jemandem Geld, der nicht nach den Sternen greifen will. – Sie alle wollen auch Teil von etwas Grossartigem sein. Was zählt ist immer die «Story» (die aber nie erfunden sein darf).

Für welchen Weg sich jemand auch immer entscheiden mag, Gründer, Käufer oder Selbständiger, ich zolle jedem grössten Respekt. Ich bewundere den Mut. Es hat etwas Magisches, ja etwas Ansteckendes die Begeisterung und das Funkeln in den Augen einer Person zu sehen, die ihren Traum leben will.

Für mich gilt deshalb «Unternehmer sind die Helden unserer Zeit».

Erfolgreich Firmen Kaufen
Vom Angestellten zum Unternehmer